Revier Friedrichroda

Der Bergbau in diesem Gebiet ist schon bis auf die Mitte des 17. Jh. nachgewiesen. Die Gänge zogen sich in einem kleinen Streifen am Ortsrand hin. Erste Abbaue begannen am Schorn, Tannenkopf und Abtsberg.



Haldensituation am Tannenkopf

Hier machten zwei Gänge von sich reden. Der untere, Sperrweggang und der obere Wolfstieggang. Hier wurden beachtliche Mengen an Roteisenerz, Brauneisenerz und Spateisenerz gewonnen. Aber auch Manganerze brachen in den oberen Teufen mit bei. Jedoch der mineralogisch berühmteste Abbau fand etwas später am Gottlob statt.


Auf der Grube Glückstern wurde ein Gang erteuft, welcher in seinen oberen Teufen Manganerze und in seinen unteren Teufen Eisenerze führte.

Stollenportal der Grube Glückstern am Gottlob


Barytkristalle auf Hämatit, Gottlob, Friedrichroda

Die Gestalt des Ganges war eine etwas schalige. An den Salbändern setzten sich Calcitkristalle in Form von Skalenoedern ab. Danach folgte eine Hartmanganerzabfolge, welche wieder von Calcit ergänzt wurde.

Hartmanganerz, Gottlob, Friedrichroda

Zum Ganginneren hin folgten Manganerze in Verbindung mit Baryt. Heute kann man diese Erzabfolge noch schön an gefundenen Stufen erkennen. Der Calcit wurde im Laufe der Zeit gelöst, und es entstanden die so bekannten Negativabdrücke der Calcitskalenoeder im Hartmanganerz. In der Gangmitte setzten sich in den oberen Teufen Hausmannit in Verbindung mit Baryt ab.

                     

Hausmannitkristalle vom Gottlob, Friedrichroda

Aber Pseudomorphosen von Hausmannit nach Manganit zeigen, dass Manganit auch am Anfang mit abgeschieden wurden sein muss.


Pyrolusit und auch Bixbyit wurden in sehr untergeordneter und geringer Menge auch gebildet. Das Eisenerz in den unteren Teufen setzte sich aus Roteisenerz (Hämatit) und Brauneisenerz (Goethit) zusammen. Dabei bildete der Goethit teilweise hervorragende radialstrahlige, zum Teil auch freistehende Kristalle. Sie sind heute eine Zierde vieler Museen.


Die Minerale Crednerit und Volborthit wurden hier entdeckt, und Friedrichroda, Gottlob gilt somit als Typlokalität.


Beim Braunit habe ich da so meine Zweifel. Siehe auch meine Bemerkungen im Abschnitt „Geschichte des Mangan“. Aber auch gediegen Kupfer und Vesignieit wurden hier gefunden.



Hausmannit ist von hier in ausgezeichneten Kristallen gefunden wurden. Teilweise als hervorragende Pseudomorphosen nach Manganit. Das Hartmanganerz bricht in schaligen, glaskopfartigen Absonderungen, welche auf der anderen Seite sehr oft Calcitskalenoedereindrücke zeigen. Welches Hartmanganerz vorliegt, ist ohne Analyse nicht entscheidbar. Aber das Vorhandensein von Barium könnte wegweisend sein. Im Jahr 2000 machte der Gottlob wieder von sich reden. Es wurde ein neues Mineral, der Gottlobit entdeckt. Somit gibt es noch eine Typlokalität am Gottlob. Im Jahr 2014 wurde dann ein bis dahin noch nicht vermutetes Mineral entdeckt, der Bixbyit.