Manganerzreviere

Im Einzelnen sollen hier die wichtigsten Thüringer Manganerzfundpunkte kurz beschrieben weden. Das Ilfelder Revier wird dabei absichtlich nicht mit brücksichtigt. Dafür gibt es schon eine hervorragende Homepage, siehe im Punkt Links. Natürlich ist es nicht möglich auf alle Funde von Manganerzen im Thüringer Wald einzugehen. Deshalb nur die Reviere, welche auch Mangan wirtschaftlich abgebaut haben, manchmal auch als Nebenerz bei dem Eisenerzabbau.


 

    Arlesberger Revier


Lage des Arlesberger Bergbaurevier               
                       
Der Kern des Reviers liegt etwa 7 km westlich von Ilmenau. Es wird durch die
Autobahn 71 , sowie die Ortschaft Geraberg mit ihrem Ortsteil Arlesberg im Norden und die Linie Gehlberg - Manebach im Süden begrenzt. Die westliche Begrenzung bildet das Tal der Wilden Gera mit der Bahnlinie Erfurt - Meiningen. Im Osten reicht das Gebiet bis etwa an die Ortschaft Elgersburg heran. Markante Erhebungen sind der Arlesberg (651 m ü. NN) im Norden, der Himmelreichskopf (770 m ü. NN) und der Rumpelsberg (799 m ü. NN) im südlichen bzw. östlichen Bereich. Der Fluss "Zahme  Gera" und der Bach "Jüchnitz" entwässern das Gebiet über die bis zu 150 m tief eingeschnittenen Haupttäler in nördliche Richtung. In der Gemeinde Geraberg, Ortsteil Arlesberg direkt am heutigen Technischen Museum "Braunsteinmühle" mündet die Jüchnitz in die Zahme Gera. Die Flanken dieser Täler steigen steil gegen die Berge an.



Abgebaute Mineralien

Die frühesten Belege auf Bergbau in unserem Gebiet stammen vom 06.06.1351 über den Verkauf einer Eisengrube auf dem Mittelberg. Von da an ging der Bergbau auf Erze stetig aufwärts. Waren zuerst nur die Eisenerze von Bedeutung, Flurnamen wie z.B. die „Eisenhohle” zeugen heute noch davon, so kamen bald auch die Kupfererze  ( Bleiberg ) dazu. Später wurden dann die Manganerze abgebaut. Schwerspat ( Baryt ), Flußspat ( Fluorit ) und Umbra ( Farberde ) gesellten sich dazu, so daß eine größere Palette abgebauter Minerale entstand. Der, der für seine Reinheit jedoch Weltruhm erntete war der Braunstein. Zerrenner schreibt in seinem Buch „ Die Braunstein - oder Manganerz - Bergbaue in Deutschland, Frankreich und Spanien” 1861 „ ... aus reinen Erzen, selbst ohne irgendeinen Lettenbesteg und mit räumlich äußerst beschränkten Übergängen in die vorgenannte Kategorie. Sie sind die Freude des Bergmanns , der Stolz des Grubenbesitzers , die Augenweide des Mineralogen ; ihr meißt glänzender Anblick , namentlich nach weggethahenem Schuße in der Grube , wirkt auf das Gemüht eines jeden guten Menschen , der es nicht verschmäht , mit dem Ernst , der Einfachheit und Mühsehligkeit des Bergmannslebens vertraut zu werden , in immer erhebender Weise . Psilomelan - und Pyrolusit - Gänge, wie wir sie auf  Gottesgabe, Friedensfürst, Morgenstern u. a. Gruben anstehen sehen, gehören zu den seltensten  und schönsten Erscheinungen ihrer Art auf der Erde. ”
 Braunstein ist der Gruppenname für verschiedene manganhaltige Mineralien. In unserem Gebiet hauptsächlich Hartmanganerze (Psilomelan, Ramsdellit, Kryptomelan u.a. ), Weichmanganerze ( Pyrolusit, Romanechit ) und vereinzelt Hausmannit und Braunit. Der Abbau des Braunstein nahm dank des raschen Absatzes bis in die USA wegen seiner sehr guten Qualität schnell einen großen Umfang an. So waren 1860 ca. 140 Gruben mit etwa 360 Beschäftigten in Gang. Die letzten Abbaue endeten 1949. Der Abbau von Fluß - und Schwerspat dauerte noch bis 1958. Von da an kam der Bergbau zum Erliegen.

Liste von abgebauten Mineralien im Arlesberger Revier:

Pyrolusit / Hartmanganerz :  Mittelberg , Schnittstein , Arlesberg , Rainweg, oberes und unteres Steintal, Brennige Heide, Rumpelsberg,Himmelreichskopf
 
Fluorit / Baryt:  Arlesberg , Zahmes Geratal

Hämatit:  Wüstrumnei , Himmelreichskopf , Borntal , Arlesberg , Mittelberg  

Kupfererze  ( Sanderz ):  Bleiberg                                                

Umbra:  Zahmes Geratal




Abendstimmung im Arlesberger Revier



Einige Mineralienbilder aus dem Arlesberger Manganerzrevier




strahliger Pyrolusit - Detailaufnahme - vom Schnittstein





Hartmanganerz, vermutlich Kryptomelan von der Grube "Prinz Albert"



radialstrahlig aufgebauter Pyrolusit aus dem Grubenfeld "Prinz Albert"



Braunit, Grubenfeld Diana




Pseudomorphose von Hämatit nach Pyrolusit, Himmelreichskopf, Arlesberger Revier



Calcitkristalle, Grube Morgenroth-Alexe, Wüstrumnei



langtafelige Barytkristalle, Grube Morgenroth-Alexe, Wüstrumnei



Cerussitkristalle, Bleiberg,Arlesberg