Pyrolusit – MnO2

Farbe:stahlgrau bis grauschwarz, unter Verwitterung gerne gelblich angelaufen
Glanz: metallisch bis halbmetallisch
Strich:
schwarzbraun bis schwarz
Ausbildung: meist strahlige, auch langfaserige oder plumpstengelige Aggregate, manchmal auch kolomorphe oder derbe Ausbildung. Sehr selten kleine tetragonale Kristalle – dann als Varietät Polianit.
Vorkommen:   
der meiste Pyrolusit in unseren Thüringer Vorkommen ist nachträglich aus Manganit umgewandelt wurden. Sehr langstrahlige Aggregate sind bekannt aus Oehrenstock und dem Arlesberger Revier, während aus Friedrichroda, Seligenthal, Trusetal, Atterode, Brotterode und Kamsdorf lediglich kleinere radialstrahlige oder kugelige Aggregate (bis1,5cm) bekannt sind, was nicht ausschließen lässt, das während der Betriebszeit auch größere Ausbildungen gefunden wurden.

                                            

      Pyrolusit, Schnittstein, Arlesberger Revier                                                          Pyrolusit, Altes Röderfeld, Arlesberger Revier



Pyrolusit, Ludendorff,Oehrenstöcker Revier




Ramsdellit – MnO2

Farbe:stahlgrau bis schwarz
Glanz: metallisch
Strich:
matt schwarz mit bräunlichem Ton
Ausbildung: meist radialstrahlige Aggregate, manchmal feinkörnig, kleine Kriställchen.
Vorkommen:   
Ramsdellit kommt  in unseren Thüringer Vorkommen nur sehr selten und sporadisch vor. Er ist wohl beim Abbau in fast allen Revieren gefunden worden, aber sehr oft für Pyrolusit gehalten. Sein radialstrahliger Aufbau war meist der Grund für die Verwechselung. Frei ausgebildete Kristalle sind nur sehr selten angetroffen worden. Er findet sich heute nur noch sehr selten auf den alten Halden der einzelnen Reviere.


Ramsdellitkristalle mit Baryt, Grube "Arminius", Atterode



Hausmannit – Mn3O4

Farbe:eisenschwarz, manchmal etwas bräunlich
Glanz: metallisch
Strich:
nelkenbraun
Ausbildung: tetragonale Kristalle, neigt zur Zwillings- bis Fünflingsbildung, auch derbe körnige Massen. Im Anschlag mit lebhaftem Glanz.
Vorkommen:   
die wohl schönsten Kristalle stammen aus Oehrenstock, aber auch in Friedrichroda sind sehr schöne Kristalle gefunden worden. In Ruhla nur mikroskopisch klein. Im Arlesberger Revier kommt der Hausmannit dagegen sehr selten als derbe Massen vor.



Hausmannit-Kristallgruppe, Kuhlows Hoffnung, Oehrenstock



Hausmannitkristalle, Gottlob, Friedrichroda




Hausmannit, Gottlob, Friedrichroda



  


Bixbyit – (Mn, Fe)2O3

Farbe:bronzeschwarz, schwarz
Glanz: metallisch
Strich:
schwarz
Ausbildung: kubische, würfelige Kristalle, auch derbe körnige Massen.
Vorkommen:   
das Vorkommen von Bixbyit beschränkt sich bisher nur auf die Fundstelle Gottlob, Friedrichroda. Aber dort sind dann auch sehr schöne Kristalle gefunden worden. Teilweise gibt es von dort auch hervorragende Pseudomorphosen von Hausmannit nach Bixbyit.


                                                  

Bixbyit-Kristalle vom Gottlob/ Friedrichroda



                                   
Pseudomorphose von Hausmannit nach Bixbyit       


                                     

Braunit – MnMn6SiO12

Farbe:schwarz
Glanz: metallisch
Strich:
schwarz
Ausbildung: tetragonale Kristalle (Oktaeder), derbe körnige Massen
Vorkommen:   
Kristalle bis zu 4 mm Größe stammen aus Oehrenstock und vom Arlesberger Revier, in den anderen Revieren wurde Braunit von mir noch nicht nachgewiesen, was aber nicht heißen soll, dass er dort in der Betriebszeit nicht auch gefunden wurde.




Braunit-Arlesberger Revier





Braunit-Oehrenstöcker Revier


 
Hartmanganerz
 
In allen Revieren wurden, in verschiedener Ausbildung, Hartmanganerze gefunden. Die Entscheidung um welches Erz (Hollandit, Kryptomelan, Romanechit oder Psilomelan) es sich handelt, ist ohne gründliche Röntgen- oder Spektral- -analyse nicht möglich. Die beiden häufigsten Minerale (Hollandit, Kryptomelan) besitzen die Eigenschaft, sich während der Bildung, gegenseitig zu mischen und machen somit eine eindutige Bestimmung unmöglich.
Als "grobe" Faustregel sollte gelten:
Bei demVorhandensein von reichlich Barium (in Form von Baryt) sollt sich vorwiegend Hollandit bilden, während bei dem Vorhandensein von Kalium ( in Form von Feldspat im Grundgestein) sich eher Kryptomelan bilden sollte.
Die beiden anderen Minerale treten anteilig seltener auf.



Hollandit – Ba (Mn, Fe)8O16

Farbe:schwarz, schwarzbraun
Glanz: metallisch bis matt
Strich:
schwarz
Ausbildung: monokline Kristalle, prismatisch, faserig, nierig, derbe Massen
Vorkommen:   
Das Vorkommen von Hollandit ist mir bisher nur aus dem Oehrenstöcker Revier, speziell im ehemaligen Tagebau Thiemtal (eigentlich Thiebenthal) bekannt. Dort bildete er kolomorphe Aggregate und sehr selten monokline Kristalle.





Vermutlich Hollandit-Oehrenstöcker Revier



Kryptomelan – K Mn8O16

Farbe:blaugrau - metallisch
Glanz: metallisch bis matt
Strich:
bräunlichschwarz
Ausbildung: tetragonales Kristallsystem, nierig, derbe Massen
Vorkommen:   
Das Vorkommen von Krypromelan ist wahrscheinlich aus allen Revieren bekannt. Er bildete meist kolomorphe, glaskopfartige Gebilde von ziemlicher Größe. Jedoch ist eine Unterscheidung zu Hollandit ohne genaue Analyse nicht möglich, da sich beide Minerale auch mischen können. Jedoch kann das Vorhandensein von Barium oder Kalium als Nebenmineral ein vorsichtiger Hinweis sein.






Vermutlich Kryptomelan-Arlesberger Revier